Der Weg zurück.

Sehr lange musste ich mich wieder dazu überreden meinen Blog weiterzuführen, immerhin ist seither viel Zeit vergangen und tausende von spannenden und weniger aufregenden Dingen sind passiert.
Die letzten Tage ist aber so viel passiert dass es mich umso mehr freut, dass einige gern wieder meinen Blog lesen würden und ich mir damit einiges von der Seele schreiben kann ohne ständig den Leuten in den Ohren liegen zu müssen, die es vielleicht gar nicht hören wollen.
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Nach der furchtbaren Katastrophe in Japan kommen einem die eigenen Probleme einmal mehr unwichtig und klein vor, leider lassen sie sich aber dadurch trotzdem nicht einfach aus der Welt fegen, zu dem Thema möchte ich euch aber auf Erdbeer-Rei’s und Yuvi’s Blogs weiterleiten, mehr fällt mir kaum ein, als dass ich zutiefst betroffen und in völliger Trauer bin. Jeden Tag gibt es neue schlimme Nachrichten, für meinen Teil will ich nur noch beten und das Beste für das Land und seine Leute hoffen.
Als wären die schlimmen Tsunamis und Beben der letzen Zeit nicht schon genug gewesen, weine ich mit einem meiner liebsten Freunde um seine Schwester, die in Japan ums Leben gekommen ist. Das wundervolle Mädchen durfte nicht älter als 18 Jahre jung werden und wäre in einem halben Jahr nach Österreich gekommen, nachdem sie ihren Schulabschluss fertig hätte. Dieses und andere Schicksale erschüttern mein Herz tagtäglich und ich bete dass nicht noch mehr Menschen dieser Katastrophe zum Opfer fallen und vor allem gehen meine Bitten an die Menschen die noch in den Atomkraftwerken arbeiten und für das Land kämpfen.
Man mag von Atomkraft halten was immer man möchte, diese Menschen geben zu größter Wahrscheinlichkeit ihr Leben für das Land und die Bevölkerung.
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Ich fühle mich schon sehr viel ausgeglichener als ich es früher getan hatte, seit dem Ergebnis vor fünf Jahren wollte ich nicht mehr so richtig in ein Leben das Zukunft hat, im festen Glauben daran dass die übrige Zeit zu kurz wäre. Nun ist viel Zeit vergangen, im letzten Jahr habe ich sogar eine Teiltransfusion- und spende erhalten, fühle mich seither besser und bin motivierter, damit haben sich aber auch wieder einige Dinge aufgetan, die ich erhofft hatte, umgehen zu können.
Seit einiger Zeit darf ich auch im Theater mitwirken (Anatevka), ebenso habe ich noch mehr angefangen mich wieder auf die Kunst und die Musik zu konzentrieren um mir in gewisser Weise einen Ausgleich zu schaffen um alleine mit mir fertig zu werden, die Gedanken ordnen zu können und wieder in eine Art Zufriedenheit zu gelangen die mir im Moment sehr fehlt.
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Niemals hat mir etwas mehr geholfen als die Musik, in all meinen Krisen war sie die beste Freundin.
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Irgendwann kommt man aber an einen Punkt, an dem man zu sich selbst „Stop“ sagen muss, jeder Mensch muss selbst wissen, was ihn glücklich macht.
Ich für meinen Teil, denke meinen Weg gefunden zu haben, halte mir gerne die Realität vor Augen, liebe und lebe für meine Familie, meinen Hund, meine Tierchen und meine Freunde und obwohl ich weiß, dass ich oft auf die falschen Menschen setzte, will ich es doch weiter tun. Das Privileg geliebt zu werden ist selten etwas das man „verdient“, geliebt werden Menschen meist, weil sie wunderbar sind, so wie sie sind, weil es ihnen nicht nur möglich ist Kompromisse einzugehen, sondern auch sich selbst treu zu bleiben.
Wie lange braucht man schon um jemanden wirklich zu mögen? Manchmal dauert es Jahre und wird trotz allem vielleicht nie zu dem Gefühl dass es werden sollte, manchmal nur Sekunden, wo man einer Person verfällt. Ich denke nicht dass Liebe nur auf den Partner bezogen ist, denn ich behaupte jeden meiner Freunde und Bekanntschaften liebe ich auf eine ganz besondere Art und für jeden der aus meinem Leben geht, weine ich bittere Tränen des Abschieds.
All jene die mir wichtig geworden sind berühren mein Leben auf eine ganz besondere Art und Weise, die mir kein anderer sonst geben könnte als diese eine Person.
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Ein Lächeln oder ein nettes Wort kann den Tag von jedem verändern, daran glaube ich fest.
Trotz allem gehen mir viele dieser Freunde im Moment nicht aus dem Sinn, weil ich mich langsam frage ob ich mich vor Frust selbst schon in etwas verrenne, wo ich bald nicht mehr zurück kann, oder ob ich doch noch das Recht habe, gewisse Dinge einzufordern oder zu erwarten.
Unsere Gilde geht im Moment einen steinigen Weg, aber ich habe seit der Gründung im Oktober geschworen jeden Weg zu gehen, der gegangen werden muss, nur suche ich langsam den Sinn, den ich schon lange aus den Augen verloren habe: Nämlich den Spaß. Den Spaß an dem Spiel habe ich generell noch nicht verloren, vieles kann einem zusagen oder auch nicht, nur wenn ich tagtäglich ein mulmiges Gefühl habe, online zu gehen frage ich mich am Abend dann.
Warum tust du dir das an?
In Oktober haben wir diesen Neuanfang gestartet und ich hatte ein sehr gutes Gefühl, wir haben sehr viele neue sowie alte Freunde gewonnen und doch ist der Haufen einfach grundverschieden, manche machen aus der Sache einen Wettbewerb, eine Tragödie wenn etwas nicht gleich geht, andere springen darauf an und lassen sich runterziehen und dann gibt es noch jene, die sich trotz allem versuchen eine Spaß daraus zu machen und der klebrige Leim zwischen den anderen zu sein. Eigentlich habe ich viel Wert auf die Versprechen gelegt die gemacht wurden, weil ich meine im Gegenzug pflege einzuhalten und fühle mich oft dann als stehe ich am Ende doch alleine. Trotz aller Versuche darüber zu reden, darauf in aller Freundschaft aufmerksam zu machen haben nicht gefruchtet, bis es am Ende irgendwann wieder zu einer riesigen Krise kommt und ich es im Moment kaum schaffe, wieder Fuß zu fassen.
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Es ist unglaublich verletzend wenn man ständig im Hintergrund alle Fäden zieht und jeder andere die Lorbeeren kassiert. Nicht dass ich auf das Tätschel Tätschel angewiesen wäre, aber dennoch tut es gut mal nette Worte darüber zu hören dass man sich schließlich und endlich doch um alles kümmert. Stattdessen kassiert man sogar von den Menschen denen man hilft meist nichtmal ein Dankeschön während man sich weiterhin abrackert in der Hoffnung auf die Versprochene Besserung, wächst in einem ein dicker Klumpen und das ist keine Wut sondern vor allem Schmerz von der Enttäuschung seiner Freunde auf die man Wert legt.
Ich habe grundsätzlich kein Problem damit alle Diskussionen auszutragen und für die Leute in die Bresche zu springen, aber wofür, wenn man doch nur hängen gelassen wird und sich jedesmal fühlt als würden sich wütende Wölfe auf einen stürzen. Ein Häschen kann auch einen Wolf fressen wenn es Unterstützung hat.
Was für mich das Mindestmaß an Freundschaft bedeutet, einem den Rücken zu stärken und freizuhalten, suchen sich die meisten lieber ein sicheres Schneckenhäuschen und entfernen sich weiter und weiter und weiter. Merken gar nicht was sie aufs Spiel setzen.
Damals hatte ich festgelegt dass ich mir nichts gefallen lasse, nicht mehr wie in der alten Gilde, alles rausschiebe, und einfach ehrlich bin, aber wenn man sich dann schlussendlich daran hält ist man ja das „Arschloch“ das ständig meckert. (So fühlt es sich an.)
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Im Endeffekt merke ich zwar wieviele Menschen mich unterstützen und wieviele mir immer wieder ein Messer in den Rücken jagen, dennoch habe ich bisher immer wieder den Fehler gemacht, nachzugeben und es gut sein zu lassen, wobei ich eigentlich nur feststellen durfte das sich dadurch nichts verändert hat und wenn doch dann in eine Richtung die mich einfach nur schockiert.
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Auf eine längere Dauer gesehen werde ich nicht mehr alle Lasten der Welt tragen wollen, für die „kurze Zeit“ dachte ich, dass ich es könnte, aber dass ich es nicht kann und das es mich kaputt macht hab ich in den letzten Wochen mehr als nur einmal gemerkt.
Mein Arzt und meine Therapeutin drehen mir halb den Hals um und sind teilweise schon soweit gewesen mich nicht mehr nach Hause gehen zu lassen und dann frage ich mich wirklich – will ich all das auf Kosten meiner Gesundheit noch tragen?
Wo ich langsam wieder einen Weg gefunden habe und mich aufgerappelt habe?
Will ich dass noch einmal das selbe passiert wie damals vor zwei Jahren?
Sind wahrlich diese Menschen es wert, dass man mehr als nur sich und seine Ansichten aufgibt?
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Nein.
Ich denke nicht.
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Ich will keinen Krieg mehr führen, vor allem nicht gegen mich selbst.
Liebt mich, hasst mich.
Aber leckt mich, wenn ihr euch zu fein seid, meine Hand zu nehmen.
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Veröffentlicht am 17. März 2011, in Nachdenkliches, Typisch ich. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. […] Ich will keinen Krieg mehr führen, vor allem nicht gegen mich selbst.Liebt mich, hasst mich.Aber leckt mich, wenn ihr euch zu fein seid, meine Hand zu nehmen.Das ist es was ich meinte. Mach das was für dich richtig ist. Es ist dein/euer Projekt und das Spiel soll Spaß machen. Fertig Punkt und aus. Man sollte sich nicht selbt für soetwas aufgeben und das wichtigste das Menschliche, das Zusammensein nicht vergessen. Und wenn man dafür gnadenlos sein Umfeld "aussieben" muss. Ja es ist schmerzhaft aber es lohnt sich. Ich habe es auch selbst hinter mir.

  2. Freut mich echt riesig, dass du wieder bloggst – Feed ist abonniert und verlinkt wirst du selbstverfreilich auch :) .Zum Thema an sich, es ist schon echt traurig, dass die wenigsten Menschen wert schätzen, wenn sich jemand den Hintern für sie aufreißt. Wenn es schlecht läuft, hat man sofort x Leute, die einen anmaulen, dagegen hat man so gut wie nie Leute, die auch mal sagen, dass man seine Sache gut macht. Es ist einfach nur traurig und auch der Grund warum ich mich inzwischen so gut wie nirgendwo mehr richtig engagiere. Man wird davon nur mehr und mehr gefrustet und irgendwann kann man nicht mehr. Ich hoffe sehr, dass du den Spaß am Spiel wiederfindest – und wenn du dafür tüchtig Leute aussieben musst, dann tu das. Jemand der dafür sorgt, dass es dir schlecht geht und der dich andauernd nur verletzt ist mit Sicherheit nicht dein Freund.Fühl dich ganz lieb gedrückt *flausch*.

  3. Hey!Versteh mich jetzt bitte nicht falsch…Aber wenn dieses Spiel (bzw. die Leute dort) dich so fertig machen, dass du sogar nen Psychologen brauchst, wieso löschst du den Mist nicht einfach? Hab ich damals auch gemacht, als ich gemerkt habe, wie sehr man sich in so ein blödes Spiel und die Leute dort rein steigern kann…Es gibt auch andere schöne Dinge, mit denen man sich beschäftigen kann. :) Merke das auch an meinem Freund. Der spielt das auc noch, und mittlerweile HASSE ich das Spiel regelrecht. Das nimmt einem viel zu viel Zeit von seinem schönen Leben weg….

  4. @JeccaGott sei Dank brauche ich deswegen (noch) keine Psychologen sondern das hängt mit der Krankheit zusammen. *g* Ich bin mit diesen Leuten zum größten Teil sehr gut befreundet und wir sehen uns relativ häufig daher fließen da die Gefühle oft ineinander. ^_^Mittlerweile habe ich den Konsum des Spiels schon sehr zurückgeschraubt, aber eine Hobby und eine Möglichkeit der Kommunikation bleibt es (erstmal) trotzdem. Wie es dann weitergeht, weiß ich leider noch nicht, aber es wird sich weisen.@vamp @TinaDanke euch <3, hab mir in den letzten Tagen sehr viele Gedanken gemacht und werde es auch weiterhin tun, kann nur hoffen, dass ich dann die richtige Entscheidung für mich und 'uns' treffe. :)

  5. @LexiAch so, das hat sich für mich so gelesen! Sorry!War auch wie gesagt nicht böse gemeint. Ich weiß, dass das ein Hobby ist. Hab es auch selbst mal gespielt und kann auch verstehen, dass sich da Freundschaften entwickeln… :)

  6. Das weiß ich ja, denke habs auch nicht falsch verstanden. :) Weiß ja wieviele es gibt deren Leben wegen WoW zu Grunde gegangen ist. =/

  7. Sehr schön geschrieben, weiter kämpfen. :-)

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