Archiv für den Monat Juli 2011

Norway Tribute

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„Das Wort, das von diesem schwarzen Wochenende in der norwegischen Geschichte haften bleiben wird ist: unwirklich. Dieses Wort hat keine Umrisse, keine Begrenzung, Was getan wurde, denn das ist nicht nur passiert, das wurde getan, wurde begangen, wir sind nicht von einer Naturkastatrophe betroffen worden, sondern von einem monumentalen Verbrechen eines Menschen, das ist unwirklich in dem Sinne, dass es ohne Beispiel ist, ohne Präzedenz, ohne Vergleich.“
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Es gibt kaum Worte dafür was am 22.07.2011 in Norwegen geschehen ist, nach all den Katastrophen und Anschlägen auf dieser Welt, nach all dem Leid und dem Schmerz werde ich nie verstehen wie Menschen anderen Menschen etwas dergleichen antun können. Das ganze Wochenende habe ich überlegt wie ich all das Geschehene am besten in Worte fassen kann, aber eine Grausamkeit wie diese ist einfach nicht zu beschreiben. Außer meinem Mitgefühl und meiner Trauer mit den Menschen bleibt mir nicht viel zu sagen.
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Ich war sehr ergriffen als ich die öffentlichen Trauerfeier am Sonntag sah, bei  der Ministerpräsident Jens Stoltenberg eine herzergreifende Rede hielt mit einer tiefen mitfühlenden Trauer in seinen Augen. Wenn ihr möchtet könnte ihr euch diese Rede hier ansehen:
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Die originale Rede (mit englischen Untertiteln) könnt ihr euch hier ansehen.
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Wenn ich die Nachrichten sehe oder Artikel im Internet lese, dann habe ich eine Gänsehaut und Tränen in den Augen, und kann nur Fragen warum?
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„Erschieß mich nicht, Du hast jetzt genug geschossen. Du hast meinen Papa erschossen, ich bin zu jung zum Sterben.“ – diese Worte habe ein kleiner Bub auf der norwegischen Ferieninsel Utöya zu dem Attentäter gesagt. Der Kleine habe das Massaker überlebt, wie viele andere.
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Die Realität hat an diesem Tag jede Fiktion in den Schatten gestellt.
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Was ist eine After Wedding Party?

Das habe ich mich auch gefragt, die Antwort folgte aber schnell. Meine Mutter und ihr Ehemann, die 2010 im Dezember im engsten Familienkreis geheiratet haben, erklärten mir was es damit auf sich hat. Der Ehemann meiner Mutter ist politisch sehr engagiert und beliebt, also auch allseits bekannt. Dass die beiden nach 20 Jahren nun „einfach so“ geheiratet haben war natürlich ein Skandal. So trat die Idee der After Wedding Party in Kraft, am Samstag feierten wir also mit Parteifreunden und Nachbarn das Brautpaar. In knapp zwei Wochen wird dann noch einmal in größeren Rahmen mit Kollegen und Freunden gefeiert, so sind alle wichtigen Personen abgedeckt und Grund zum Feiern gibt es doch immer. Oder?
Am Samstag waren also ca 30 Leute bei leider schlechtem Wetter am Feiern, damit alles glatt läuft und jeder auch im besten Maße bedient werden kann wurde ich also gebeten mitzuhelfen, zu servieren und für Ordnung zu sorgen. Nächstes mal erwarten sie dann die doppelte Menge an Gästen, so werden noch weitere Familienmitglieder helfen und für einen ordentlichen Abend sorgen.
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So habe ich mich die Tage zuvor über ein neues Muffinrezept gewagt, das Rezept habe ich bei Sari entdeckt und getestet, das Rezept habe ich nahezu gleich gemacht, leider habe ich etwas zu wenig Kakaopulver verwendet, so  schmeckte man die Schokolade kaum, den Fehler werde ich beim nächsten Mal beheben, trotzdem kamen sie wirklich gut an und ich empfehle das Rezept gerne weiter!
Das Rezept findet ihr hier.
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Außerdem versuchte ich mich auf den Wunsch der beiden erneut an meiner Bananenschnitte und auch diese war (Gott sei Dank) wieder genießbar geworden.
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Der Tag verging wie im Flug, die ersten Gäste trudelten gegen 14 Uhr ein, die letzten gingen gegen 2:30 am Morgen, manche übernachteten auch bei dem Brautpaar (wie ich). So konnte ich am Sonntag noch helfen aufzuräumen und die letzten Reste zu beseitigen, bis zum nächsten Mal!
Es war ein wundervoller, witziger, unvergesslicher Abend mit einem Muskelkater im Gesicht. (Lachmuskelaufbau *g*)
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Leo wurde es dann irgendwann zu viel Trubel und er suchte sich ein flauschiges Plätzchen.
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Am Sonntag musste er sich dann nochmal so sehr austoben dass der kleine Dreckspatz braun statt weiß war, das hieß dann mal wieder in das unbeliebte nass. Er ließ es aber tapfer über sich ergehen, leider hieß es dann auch Nase rümpfen, nasser Hund, ihr wisst schon.
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Zweimal überlegt – Part II

Ich hatte keine Antwort für sie.
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Welchen Unterschied konnte es schon machen, in welcher Welt man lebt? Solange man selbst damit zufrieden ist und niemanden etwas zu leide tut, sollte es doch jedem selbst überlassen sein wie man seine Zeit in diesem Leben verbringt. Konfrontiert mit dieser Frage und dem zuvor erzählten, flüchtete ich in einen Tagtraum und hoffte er konnte mir eine Antwort geben.
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Meine Familie hatte mich immer eine Träumerin genannt und ich habe es zu jeder Zeit gehasst. Größtenteils lag das aber daran, dass meine Träume nachts meist unangenehm und schmerzhaft sind. Deshalb ist es auch seit ich denken kann der Fall, dass ich ungern schlafe, am liebsten so wenig wie nötig. Egal wie viele Menschen man um sich hat, in seinen Träumen ist man doch meistens alleine und das ist oft mehr als unheimlich.
Warum sie mich so nannten wurde mir natürlich erst später klar. Das lag vor allem an meinem Hang zu Träumereien die kaum zu realisieren waren, später einmal mein Geld mit der Kunst zu verdienen war natürlich gerade zu lächerlich. Traumtänzerei. Zu diesem komischen Berufswunsch kamen dann noch komische Freunde, die ähnliche Interessen und Ansichten teilten. Träumerei mit ihnen auf ewig befreundet zu sein.
Zur Krönung kam dann noch mein extremes Interesse und fast Fanatismus zur Musik, aber auch zu anderen Dingen wie gewissen Filmen, Künstlern, Kulturen, ..
Was sollte ich als bekennende, seit frühester Kindheit erster Klasse Träumerin zu dieser Frage sagen?
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Zu dieser Zeit hatte ich noch keine Antwort. Es war gerade zu unmöglich etwas zu sagen.
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Ich glaube es ist völlig in Ordnung.
Sie unterbrach das Schweigen und riss mich damit aus meinen Gedanken.
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Ich weiß nicht, wann sie uns das Recht auf freie Gedanken, Fantasie und Liebe genommen haben, aber irgendwann ist es passiert und heute müssen wir uns für alles rechtfertigen was wir tun, ja sogar was wir denken. Ich will nicht in einer Welt leben in der Idioten regieren und uns das Fernsehen sagt was richtig und falsch ist, was die Wahrheit und was Lüge ist.
Warum sind wohl all die Filme und Animes so beliebt? Weil manche Menschen doch noch an einen Funken Hoffnung klammern, an ein bisschen Freundschaft, Liebe, Aufopferung. Ich wäre lieber ein bisschen Lois Lane oder Mulan. Wer träumt nicht manchmal davon.
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Als sie das so sagte, stimmte ich ihr schweigend zu. Natürlich, dazu werden Filme, Serien und Bücher doch gemacht und darum lieben wir sie auch. Ein bisschen Teil davon zu sein. Wie unverhohlen sie davon erzählte war beeindruckend. Nach ihrer Vergangenheit von der sie mir zuvor erzählt hatte, und würde ich sie nicht kennen, hätte ich geschworen zwei unterschiedliche Personen würden vor mir sitzen.
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Es war ein ganz besonderer Tag, mit einer ganz besonders netten, verträumten, liebevollen Person, von der ich jede Menge gelernt habe und von der ich jede Menge Kraft schöpfe, trotz all dem Schmerz den sie erlebt hat. Obwohl ich weiß dass ich jene sein sollte, die ihr Kraft gibt.
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In welcher Welt leben wir schon?
In einer, in der so etwas passieren darf?