Mein Schmetterling

Du bist mein Schmetterling – ich halte dich nicht.
Flieg davon. Flieg davon.
Bleib bei mir.

Heute halte ich die Augen geschlossen wenn ich an dich denke, Schmetterling. Deine Stimme klingt in meinem Ohr als wären nicht Jahre vergangen als ich dich das letzte mal hörte.
In meinen Lungen die frische abendliche Sommerluft, den warmen Asphalt unter dem Hintern. Als wäre kein Tag vergangen.
Ich sehe dich wie bei unserer ersten Begegnung. Dein wunderschönes, fast makelloses Gesicht, du hast gelächelt, und mein Herz schlug laut, du hättest es fast hören können, bevor ich zurücklächeln konnte. Wüsste ich es nicht besser hätte ich dich für einen Engel gehalten, mit deinen grauen strahlenden Augen und deinen hellen Haaren die fast silbern in der Abendsonne glänzten.

‚Eines Tages wirst du mich hassen Kleines, aber ich, ich mag dich.‘ Darauf folgte ein entwaffnendes Lächeln.

‚Heute könnte der eine Tag sein P-.. Kleines.‘
Du hattest dich einfach neben mich gesetzt und mich angesehen, ich wusste genau was du sagen wolltest. Doch es bestand keine Möglichkeit einen Gedanken daran zu verlieren, gefesselt an dieses Wesen das neben mir saß. Eine wunderschöne Frau, engelsgleich dein Erscheinungsbild. Langes Haar, blasse Haut, lange Beine. Deine Kleidung ließ nicht mehr erahnen, doch je mehr ich deiner Stimme lauschte, erkannte ich die Wahrheit, deine Wahrheit.

‚Ich bin hier um dich hinaus zu begleiten.‘ Als du deine Hand auf meine legtest spürte ich die Stärke, deine maskuline Seite, alles was dein Aussehen nicht zum Ausdruck bringen konnte lag in dieser Berührung. Ich blickte vorsichtig in dein Gesicht. Es gab kein Entkommen, der Blick hielt mich gefangen. Stunden hätten vergehen können, ich hätte weiter deine strahlenden Augen betrachtet, das eine in einem hellen grau, das durch mich hindurchschaute, während das andere in einem dunkleren grau glänzte und mich betrachtete. ‚Nenn‘ mich ruhig Cani.‘
Mein Blick fiel zurück auf das blinde Auge, es strahlte eine unglaubliche Wärme aus, wie die gesamte Erscheinung. Trotz der fehlenden Sehkraft schien so viel Leben darin verborgen zu sein.

‚Es hat schon begonnen Kleines.
Komm, du musst es aus eigener Kraft schaffen. Spürst du es nicht auch? Der Tag ist gekommen.‘

Ich griff zu der Narbe die sich von meinem Wangenknochen bis zu meinem Schulterblatt erstreckte.
Es war soweit.

Was wir verloren haben kommt niemals zurück.
Wenn dein Flügel gebrochen, dein letztes Lied gesunden ist..
Würdest du wollen dass ich für immer weine?

 Cani lächelte wie zuvor.
‚Kleines, wir sind frei. Wir können dieses Spiel überall spielen, bis es zu Ende ist. Wir gewinnen oder sterben. Den meisten war es egal ob sie leben oder sterben, doch dir nicht. Befreie dich von den Fesseln, heute oder niemals. Komm mit uns, wir.. ich brauche dich.‘

Wieder berührte er meine Hand, und hielt sie mir dann auffordernd entgegen. Ich erwiderte sie und spürte seine Kraft als er mich an sich heranzog und den Arm auf meiner Schulter verweilen ließ. Währenddessen zog er ein Monokel aus der Tasche seiner Uniformjacke und steckte es an das blinde Auge. Sein Gesichtsausdruck war entschlossen zur Sonne gerichtet, der Wind wehte sanft durch sein Haar.
‚Sie kommen.‘

Wenn es ein Traum ist, dann möchte ich nun sterben.

Veröffentlicht am 18. Januar 2012, in Gedankengewirr. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Dabei denke ich, dass dieser Traum viel mehr über das Leben erzählt! Denn da jeder Tag der letzte sein könnte, lautet mein „Motto“ ja: Ultima hora latet, ergo vivere! Mit Betonung auf vivere! Beachte den Imperativ und fang an …

  2. I lieb jo deine Träume und Gedaunkn so glaubst goa ned wia is scho vamisst hob. A wauns de meiste Zeit traurig und voi Sehnsucht han, se san auf ia Oat afoch wundaschee. ღ Dei Oat zum Schreim hob i sowieso scho imma voll meng, mechat i am liabstn söwa gleich losschreim.

    (du kennst di eh aus)

    °Nichts wünschte ich mir mehr als dein Blut an meinen Händen, doch du warst mir die Eine. Standest so nah und hast mein Herz entzwei gebrochen, hast mich weggeworfen weil du mich nicht mehr brauchtest. Eines Tages werde ich dich töten, doch nur die wir lieben kennen uns. In meinen Träumen habe ich tausend mal dein Blut auf mir gespürt, warm floss es durch meine Finger. Aber noch bist du mein Spielzeug.°

    Hob auf jedn foi nu ois aufghom wost ma moi gem host. ღ
    Bussal

  3. @Dark Johann
    Definitiv ein gutes Motto, aber nicht immer so einfach umzusetzen. :/ Jedenfalls von meiner Seite.

    @Lisza
    Danke Süße, das ist wirklich total lieb :) ♥. Da wünsch ich mir ich könnte das ähnlich sehen, nur ab und an mal. Denn wenn ich das Niedergeschriebene lese ist es meistens eher.. buäh. Hihi.

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