Ein bisschen WoWlancholie

Obwohl ich gerne und mit Leidenschaft viele andere Spiele zocke ist dieses das zeitaufwändigste meiner Spielkarriere, wer hätte es gedacht. Vor einigen Tagen bin ich über Calaelens Blog auf einen interessanten Forenpost gestoßen den ich langsam und mit viel Freude gelesen habe.
Der Beitrag hat keinen bestimmten Sinn, sondern ist nur ein Blick zurück.

Danach kam natürlich erstmal der rosarote Blick in die Vergangenheit, hach, war es nicht damals alles toll?

Persönlich habe ich mir immer gedacht, ich wäre über diesen Blick erhaben. Ich und rosarot in die Vergangenheit? Lachhaft! In Wahrheit erwische ich mich aber oft genug von damals schwärmend, während ich mich mehr als gut daran erinnere wie sehr ich doch als es aktuell war darüber ausgelassen habe.
Wenn ich mir WoW nun so ansehe, kurz vor der 4. Erweiterung und meine Schlüsse ziehe, dann steht fest, dass es auf eine ganz bestimmte Art und Weise besser war. Es könnte alles so schön sein, Blizzard geht mit ihrer neuen Erweiterung wieder „back to the roots„, Talente sind weniger wichtig, Portsteine haben wieder einen Sinn, Horde und Allianz stehen mehr auf Kriegsfuß als kaum zuvor. Was will man mehr?
Mal Hand aufs Herz, egal was nun alles an Veränderung gekommen wäre, es wäre nicht recht gewesen und es wäre unendlich viel gemeckert worden. Denn heute haben wir Alternativen. Damals – zu den Vanilla Zeiten – da war alles so schön neu, und über Bugs und heftigste Schwierigkeiten wurde gelacht und man hat gemeinsam auf ein gewisses Ziel hingearbeitet. Wenn man heute etwas nicht alleine schafft dann muss ein Nerf her, dann muss die Klasse gepusht werden, dann muss (jeder x-beliebig andere) etwas machen!
Die Veränderungen im Laufe der Jahre haben mich nicht so sehr gestört, denn neue Talente etc haben immer frischen Wind mit sich gebracht und irgendwie konnte man sich immer damit zurechtfinden. Nun sind die Talente wieder sehr simpel und nicht mehr ganz so wichtig. Im Grunde war es zu Classic nicht wirklich anders, so lange man das ein oder andere wichtige Talent mitgenommen hatte, war der Rest Nebensache. Zu gut erinnere ich mich an die Frage „You’ve manatide?“ bevor man in eine Gruppe eingeladen wurde.
Die größte Veränderung dabei ist wahrscheinlich nicht was sich bei Talenten, der Welt, dem Equip, den Stats oder was auch immer getan hat, sondern was (den mir bekannten) Classic Spielern oft fehlt ist das Team. Denn wirklich etwas geschafft hat man eben nur zu 10., 20., 40. und mal ganz ehrlich: Das war geil!
Heute sind wir alle zu Alleingängnern mutiert die wenn möglich größtenteils alleine Erfolgen, Reittieren, Haustieren und Equip hinterherjagen. (Damit nehme ich mich nicht aus, als Erfolgsjäger erster Stunde) Manchmal erwische ich mich selbst dabei, wie ich mich frage, warum sollte ich dieses und jenes noch machen wenn ich doch.. ? *Kopf vs Tisch* Hinfort mit diesen Gedanken! Und nein, damit verfluche ich nicht das Erfolgssystem, meiner Meinung nach eines der besten Neuerungen überhaupt.
Unvergessen sind die Zeiten eines ersten Onyxia Kills, als Vaelastrasz das erste Mal zu Boden ging (das Gelächter und schon fast Freundentränen konnte ich aus dem TSgeschrei raushören!) oder (mein) epic Moment überhaupt als Kel’thuzad damals nach so vielen Stunden endlich lag. Hach ja, das alte Naxxramas, wie ich dich doch vermisse! </3 (Blizz damit hast du mir das Herz gebrochen!)
Wenn heute ein Boss liegt, selbst nach einigen Wipes dann denke ich mir nur: Yay, ok, next one! Dabei frage ich mich einerseits, ob ich einfach seit Classic eine verbitterte Alte geworden bin, oder ob dieses epische Gefühl einfach irgendwo zwischendrin verloren gegangen ist. Als Burning Crusade damals angekündigt wurde dachte ich noch, oh man, das kann nur der größte Reinfall überhaupt werden, als es dann aber so weit war, war ich einfach nur begeistert. Episch im ungenerften Karazhan tausende Tode zu sterben weil man als Stoffi (im Urmondstoffset etc.) mit den unter 6k Hp einfach nur ein One-hit wonder war, wie lange es gedauert hat sich Raidinstanzen frei zu spielen und wie toll diese Questreihen waren. Wenn man die Vergleiche zieht und darüber nachdenkt, was hat es bedeutet einen Kel’thuzad oder einen Illidan Kill zu haben? Es war epi.. nein legendär! Bestimmt erinnern sich auch noch viele an die ersten Tage im Sonnenbrunnenplateau, wie schrecklich schwer alleine der Trash zum ersten Boss war. Da schwelge ich doch gerne in Erinnerung an Trashgruppen, die eine riesige Vielfalt (Man denke an die Höhlen der Zeit: Hyjal, wie oft musste man diesen Trash nach einem Bosswipe erneut machen?) gezeigt haben, während heute ein paar Drachen die gespottet werden müssen schon zum Ausgefallensten zählen. *traurig* Selbst in den normalen 5er Instanzen sieht es nicht mehr anders aus, etwas halbwegs spannendes wie Arcatraz oder die zerschmetternden Hallen die allesamt bis zum Ende des Addons und darüber hinaus Spaß gemacht haben.
Was es heute bedeutet einen Todesschwinge Kill zu haben? Ich meine, Todesschwinge, Neltharion, einen der Aspekte.. denkt darüber nach. *g*
Nun was mich am künftigen Addon am allermeisten beschäftigt ist, welchem großen Obermacker dürfen wir die Stirn bieten? Wir haben Illidan Sturmgrimm und Kil’jeaden Einhalt geboten, wir haben zwei Aspekte ausgelöscht, haben Kel’thuzad (nochmal) und Arthas Menethil aufgehalten die Welt zu einem ewigen Skigebiet zu machen, wir haben Onyxia dreimal und ihren Bruder zweimal in die Schranken verwiesen, einarmigen Trollen und verrücken Zauberern den Garaus gemacht. Aber was steht uns nun bevor? Ich meine sollte ich die Chance bekommen Garrosh eins ins Maul zu geben, lasse ich mir das bestimmt nicht nehmen, aber mal im ernst. Gibt es da irgendwas was  noch zur Warcraft Story beiträgt? Lasse mich dabei gerne überraschen und warte gespannt.

Nun zurück zu den guten alten Zeiten *zwinker*.
Wie unglaublich toll das Gefühl war damals voll geskillter Verzauberer zu sein, musste man sich doch jedesmal aufs neue zum Lehrer mitten in Uldaman aufmachen. Wie hart man sich ein Mount einer anderen Fraktion mit Tonnen von Runenstoff erarbeitet hat. (und das Gold zu farmen erst!) Man wurde bewundert wenn man ein Mount einer anderen Rasse hatte.
War es nicht unglaublich, wie viele Stunden man in Stratholme, Scholomance und in den Schwarzfelstiefen/spitzen verbracht hat und wie manchmal nervenaufreibend eine normale 5er Instanz war. Wie sehr haben alle Maraudon gehasst, doch wie toll war der erste Patch als sie diese Instanz hinzugefügt haben? Von den Lags und dem Ansturm mal gar nicht anzufangen. xD Ebenso toll war der Patch mit Ahn’Qiraj 20/40, der erste Ansturm in Silithus und der Start des Farmens für die Öffnung. (So viele Charaktere an einem Ort habe ich nie wieder gesehen)
Wie schwer es war 40 Leute zu organisieren wenn ein Boss nur 8 Debuffslots hatte? (Höre heute noch diverse Raidleiter schreien.  xD)
Was ich sehr vermisse sind die Elitegebiete und die Outdoorbosse, die gerade auf PvP Servern die größte Herausforderung waren.
Noch vorzustellen dass Spelldmg und Heilung zwei verschiedene Stats waren oder man als Paladin mit Spell power getankt hat? Oder wie viele Schlüssel man angesammelt hatte, für welche Instanzen diese benötigt hat und wie schwer es war an viele davon zu kommen. (obere Schwarzfelsspitze, Arcatraz, ..)
Natürlich zähle ich jetzt nicht alle guten und schlechten Dinge auf, ihr könnt euch das meiste ja in dem Link oben durchlesen, und in Erinnerungen schwelgen!

Das Klassenungleichgewicht war immer schon vorhanden, doch persönlich hatte es mich nie gestört. Es war lustig eine „Segen der Rettung-Rotation“ auf die Priester einzuteilen weil sie in TBC einfach so viel wegheilen konnten und noch dazu irre viel Aggro gemacht haben. Oder auch das akustische Augenrollen wenn zu Anfang Cataclysm ein Priesterheiler in die Gruppe gejoined ist. Wichtiger ist/war doch immer die Rolle in einer Gruppe, ein alle 5 Minuten buffender Paladin war genauso relevant wie ein rüssireißender Krieger.

Die Grenze zu, man soll aufhören wenn es am Schönsten ist, ist bei mir (persönlich) schon längst überschritten und trotzdem bin ich guter Dinge. Solange noch die lieben Leute bei einem sind, wegen denen man zockt, ist alles gut und man kann sogar die schlimmsten Änderungen mit einem zwinkern wegstecken. Schließlich und endlich steht der Spaß am Spiel an erster Stelle, auch wenn wir das oft vergessen.

Veröffentlicht am 18. September 2012, in Blizzard Entertainment, Zockerei. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Hab mir den Thread auch vor einiger Zeit durchgelesen und da kamen wirklich jede Menge toller Erinnerungen hoch *hach sag*. Natürlich war auch nicht alles toll und es gab damals schon richtig asoziale Spieler, aber trotzdem waren Classic und TBC schon irgendwie etwas anderes, als das, was man heute von Blizzard bekommt. MoP wird jetzt das erste Addon, was ich mir nicht kaufen werde – und ich muss gestehen, es fühlt sich irgendwie schon seltsam an. Andererseits hab ich mit Guild Wars 2 gerade so viel Spaß, wie ich ihn schon soooooooo lange nicht mehr in WoW hatte und auf mich machen ArenaNet einfach einen deutlich sympathischeren Eindruck, als Blizzard inzwischen :( . Aber ich wünsche dir weiterhin viel Spaß in WoW Süße :) .

  2. Des letzte Bild is echt guad glei moi an Lachflash xD. Den Beitrog hob i letztens scho moi glesen wiast man gschickt host do keman wirkli Erinnerungen auf. Leida kim i eh nimma so vü zum Zockn owa es stimmt scho vor oim hod ma fost auf jedn Server des gfüh ois wa ma fost ala do. :-( Ob i mi auf MoP gfrein soid oda ned was i nu ned owa i wead am Dienstog auf jeden voi ned glei losleng sondern erstmoi obwortn kau mi mid dem Gedaunkn nu ned so richtig aufreundn und kauft hobis a nu ned.
    Ma merkt hoid a das bei eana selba da Zweifl zu kema scheint mid dem gaunzn auwerbn und zurckhoin vo Spieler und so weiter. Es is jo scho schod weil i mas goa ned vorstön kau waun irgendwaun de Zeit kumd wo de Server nimma on gengan. Man hod jo scho vü Zeit investiert und so. Dasd de Zeit domois vamisst kau i ma vorstön mia gehts do a ned aundas denk oft nu aun de Zeit vom aufaung und vo bc wo ma nu fia ois a Gruppn gfunden hod und des am eignen Server. Ois owa ned guad des is scho kloa und das imma irgedwöche Deppn gibt is a kloa owa trotzdem de hod ma ignoriert und fertig und heid rennan da de imma wieda üwan Weg. :-( Es is sche das ma se wenigstens aun sowas erinnern kau heid is ois aundas, unwichtiger so kimds ma a vor.

    Bussal ღ (bis boid)

  3. @Akascha
    Da hast du recht, alles war definitiv nicht gut, darum auch die rosarote Brille, gibt genug was mich wirklich immer aufgeregt hat und was sie teilweise Gott sei Dank geändert haben. Menschlich konnte man (finde ich) damals einfach über mehr hinwegsehen, gab es viel mehr nettere und sozialere Spieler einfach auch weil man aufeinander angewiesen war. Dass sich alles so entwickelt nur weil man mehr alleine kann ist echt traurig, aber lädt wohl geradezu dazu ein. Schlimm genug.
    Wünsche dir das ebenfalls und vor allem ganz viel Freude in GW2 weiterhin und dass es auch so bleibt! :)

    @Lisza
    Da konnte ich dich also schööön mit der rosa Brille anstecken, ja? *g* YaY! Es ist schon traurig, aber ich könnte mir auch gar nicht mehr vorstellen so viel Zeit in online zu verbringen wie früher. Wüsste weder was ich machen sollte noch mit wem, wie du schreibst hat man früher immer und überall was gefunden, darum lümmeln meine Twinks mittlerweile auch nur noch verstaubt in einer Ecke. :/
    Bin da ganz deiner Meinung und frag mich oft was diese Entwicklung erwirkt bzw ausgelöst hat. Schade drum. *leise seufz*

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