Der goldene Moment

Wenn man gerade sein zweites Leben lebt, fühlt es sich manchmal an, als würde man sich selbst beim vor sich hin leben zu sehen. Ewig auf der Suche nach einem Sinn zermürbt, zerstört, vernichtet und deprimiert. Irgendwann bleibt nur ein schwarzer dunkler Weg zurück, Freunde aus einer alten Welt fallen im Kampf um ihre Seelen. Blickt man in ihre Gesichter sehen sie einen Fremden, spricht man sie an wenden sie sich ab. Keinen größeren Fehler könnte man begehen als sich ewiges Leben zu wünschen, wenn die Lebenszeit abgelaufen ist beginnt die Seele zu faulen, alles was dir bleibt ist eine leere Hülle dazu verdammt ewig zu träumen aber niemals mehr wirklich zu leben. Die einfachsten Dinge werden dir nicht mehr in den Sinn kommen, alles was du berühren willst wird sterben, jedes Gefühl, jeder Geruch, jeder Geschmack wird dich verzehren so sehr wie du diese Dinge begehrst. Ein kluger Verstand macht einen womöglich wahnsinnig in völliger Einsamkeit. Was wenn sich alles abgewandt hat, wem kannst du dann noch die Schuld geben?
Wenn du noch einmal die Chance hättest rechtzeitig zu gehen, wenn du kannst. Was dann?
Hätten sie dich gehen lassen, damals, als du in den sternenlosen schwarzen Nachthimmel starrtest. Du hast dir gewünscht die Stimmen würden verstummen, es wäre die letzte Narbe an deinem zerstörten Körper. Doch das ewige Leben wird dich weiter verbrennen, deine Seele ist fast kaputt. Ich sehe es an deinen leeren Augen die tagtäglich traurig wegsehen, an deinem verstellen Lächeln und den Narben die du überschminkt hast.
Wahrscheinlich werden wir nie mehr miteinander sprechen, aber es jeden Tag zu sehen wird nicht nur dich vernichten. Vielleicht sind wir bereit. Heute.

Feather

Veröffentlicht am 4. Oktober 2013, in Gedankengewirr. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Wow, dieser Text enthält viel. Richtiges und Dinge, die man völlig anders sehen kann. Wenn man den Blickwinkel verändert. Es ist ein trauriger Text und gleichzeitig ein kraftvoller, der zum Aufbruch mahnt. Und somit auch wieder optimistisch ist … walk on!
    LG,
    Ralph

  2. Also: walk on!
    LG,
    Ralph
    (Das wurde bei meinem ersten Kommentar abgeschnitten. Aber diese Aufforderung (im Imperativ ;) und meine Grüße wollte ich noch dalassen …

  3. Sehr traurige Geschichte und irgendwie kann man sie nach empfinden, du hast ne tolle Art zu schreiben! :-)

    Köpfchen hoch!

  4. @Ralph
    Vielen Dank für deine netten Worte. Manchmal sind verschiedene und neue Blickwinkel alles was man braucht. Die Augen öffnen während sie bereits offen waren. :)

    @Chris
    Vielen lieben Dank dir Chris. :)

  5. I mogs so gean wia du schreibst a wauns so a traurige Botschoft is wia de. Den Inhoit find i trotzdem guad ea regt zum Nochdenkn au, i hob den Text jetz scho so oft glesn und mia foit imma wieda wos neichs dazua ei. ღ

    Pass auf di auf, i hob di lieb. ღ
    Bussal

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