Archiv der Kategorie: Nachdenkliches

7 days later – #46

Aus gegebenem Anlass möchte ich mich heute mit meinem Rückblick sehr kurz halten und euch nur zwei Fotos von Leo dalassen in der Hoffnung euch ob seiner Müdigkeit ein kleines Lächeln zu entlocken!
Bei all den furchtbaren Dingen die rund um den Globus passieren fehlen mir wahrlich die Worte. Wie viel man sich auch mit dem Thema beschäftigen mag, es ist nicht möglich den Umfang der Grausamkeit zu begreifen. Mein Herz und meine ganze Anteilnahme ist bei den Betroffenen und Angehörigen dessen Leben sich von einer Sekunde auf die andere in einen Albtraum verwandelt hat. Sei es nun wegen der Anschläge oder des Krieges. Machtlosigkeit ist wohl das Gefühl dass viele Menschen zur Zeit erfüllen mag. Wir können wenig tun als für die da zu sein, dessen Leben nun ein Scherbenhaufen geworden ist. Mein Dank gilt an alle freiwilligen Helfer und Einsatzkräfte die in diesen schrecklichen Stunden alles gegeben haben. Zum Abschluss möchte ich euch noch einen Beitrag verlinken von einer jungen Frau die den Anschlag von Freitag nur knapp überlebt hat. Klickt dafür bitte hier. Ich hoffe dass diese starken Worte zum Umdenken anregen und dem Wort Menschlichkeit wieder mehr Ausdruck verleihen. Bleibt stark!

Sp14.11.2015

Sp14.11.2015 (2)

Geschützt: Neuigkeiten verpackt in Gedankennonsens

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Der silberne Ring

Sind es nicht die eigenen Probleme die in dieser Welt am schwersten wiegen? Bin ich es nicht die es immerzu am Schwersten und Schlimmsten hat? Warum sind es meine Sorgen die so schwer auf meiner Seele liegen, dazu verdammt auf ewig dort zu bleiben?
Die Worte ihrer Freundin hallen noch heute durch ihren Kopf. Es waren einige der letzten die sie sagte bevor sie sich umgebracht und nichts zurückgelassen hatte. Nichts außer diese Worte und einen silbernen Ring in dem ein kurzer Satz eingraviert war.
Emilia blickte wütend aus dem Fenster ihres Apartments, während sie sich schmerzverzerrt an den Hals fasste. Das Taschentuch in ihrer Hand hatte sich mit der roten Körperflüssigkeit gefüllt der sie am Leben erhalten sollte. Ein leises Röcheln entwich ihrer Lunge als sie versuchte dem heranstürmenden Arzt zu erklären was mit ihr passierte.
Ein weiteres lautes Husten folgte. Der Doktor versuchte sie zu beruhigen und legte sanft eine Hand auf ihre Schulter.
Ruhig atmen.
Das Blut floss durch ihre Finger und tropfte auf ihr Kleid.
Krebs.
Mehr brachte sie nicht hervor. Wieder ein lautes Husten, gefolgt von leisem Röcheln.
Der Arzt nickte. Wir kennen uns, Emilia. Alles ist in Ordnung gleich geht es dir besser.
Sie spürte nicht einmal die Nadel die durch ihre Haut stach und in ihrer Vene zur Ruhe kam. Eine farblose Flüssigkeit pumpte sich durch die Spritze in ihren Körper.
Sie fühlte sich besser und erwiderte die Hilfe des Sanitäters der ihr aufhalf. Der Wagen würde sie nun ins Krankenhaus bringen, es war das selbe Prozedere wie immer. Vorsichtig ließ sie die Hand über ihr Haupt gleiten, ein Tuch verdeckte den kahlen Kopf. Es war lange her als sie noch schönes dunkles Haar hatte.
Ein junger Mann kämpfte sich zwischen den Schaulustigen durch bis zum Krankenwagen. Emilias Partner Claas stürmte auf die junge Frau zu und sprang in den Wagen. Er sagte nichts, sein Gesicht war eine Mischung aus Besorgnis, Angst und Trauer. Sie sah ihm an das er gegen die Tränen ankämpfte.
Lass mich heute nicht alleine.
Emilia blickte ihrer großen Liebe in die Augen während sie über seinen kahlen Kopf und sein schönes Gesicht strich. Als sie begonnen hatte ihre Haare zu verlieren hatten sie sich beide die Haare abschneiden lassen.
Wer würde die schon brauchen.
Es war ihr nicht entgangen dass Claas oft weinte, fast täglich, heimlich. In Gedanken klammerte er sich an die unbeschwerten schönen Tage und versuchte sie ebenso daran festhalten zu lassen. Nachts wenn die Schmerzen manchmal unerträglich waren hielt er sie fest im Arm und strich ihr über den Kopf. Er erzählte ihr wie sehr er die Zeit zusammen genoss, wie sehr er sie liebte und durch welche Augen er diese Momente sah, wie er Emilia sah.
Das Krankenhaus hatte sich nicht verändert, Woche um Woche die selben Gesichter.
Der Arzt nickte Claas zu und schloss die Tür zu ihrem Zimmer. Mittlerweile war es ihr Zimmer geworden so oft war sie hier.
Sie sah ihren Partner mit großen Augen an, noch immer hatten sie kein Wort gewechselt.
Du bist wunderschön.
Claas brach die Stille und legte seinen Kopf in ihren Schoß. Langsam schloss er die Augen, er wusste welcher Tag gekommen war. Nun streichelte sie erneut über sein Gesicht und schloss ebenfalls die Augen.
Wäre alles das nicht passiert, wer wäre ich nun?
Vorsichtige hob er den Kopf und sah ihr zu wie sie langsam ruhiger wurde.
Sie hatten zusammen eine neue Sicht auf die Welt gewonnen, es war einmal geschafft und ein neues Leben hatte begonnen.
Euch allen hat sie es gezeigt.
Fuck you Universum. Fuck you Schicksal.
Wie sehr er ihr Lachen vermisste, er wischte die Tränen aus ihrem Gesicht als Emilia die Augen öffnete.
Sie vermisste sein Lachen.
Wieder dieses kratzende Husten, sie spuckte Blut erst in ihre Hand, dann in ein Tuch das neben dem Bett lag. Ihre Haut begann zu jucken, sie kratzte bis sie blutete.
Claas konnte sie nicht mehr aufhalten, beide wussten welcher Tag heute war. Er streichelte ihr Gesicht, ihre Arme und Hände.
Ich liebe dich.
Emilia weinte.
Ich möchte nun nicht mehr, lässt du mich gehen?
Er legte sich neben sie in ihr Bett.
Alles ist gut, geh nur. Ich bin bei dir.
Er hielt sie an den Händen, fest in seinen Armen.
Emilias Augen waren bereits geschlossen.
Ein silberner Ring fiel zu Boden.
Klirr.

Ring

‚Till the very end